. Der baum. Trees; Plant physiology. 294 Geographische Verbreitung der Bäume. mehr und längere Wurzelhaare als in fetter Erde; die Tanne dagegen scheint niemals Wurzelhaare zu entwickeln und schon deshalb auf einen schweren Boden angewiesen. Im Allgemeinen aber darf man annehmen, Fig. 191. dafs die Menge der Wurzelhaare im mageren Boden zunimmt, wie auch die Menge der Haare und drüsenartigen Gebilde am Stamm und an den Blättern sich vielfach nach den Oertlichkeiten ändert. (Die Matthiola ma- derensis, welche an den steilen Felsenklippen Madeiras nistet, ist nach der Oertlichkeit bald ganz frei


. Der baum. Trees; Plant physiology. 294 Geographische Verbreitung der Bäume. mehr und längere Wurzelhaare als in fetter Erde; die Tanne dagegen scheint niemals Wurzelhaare zu entwickeln und schon deshalb auf einen schweren Boden angewiesen. Im Allgemeinen aber darf man annehmen, Fig. 191. dafs die Menge der Wurzelhaare im mageren Boden zunimmt, wie auch die Menge der Haare und drüsenartigen Gebilde am Stamm und an den Blättern sich vielfach nach den Oertlichkeiten ändert. (Die Matthiola ma- derensis, welche an den steilen Felsenklippen Madeiras nistet, ist nach der Oertlichkeit bald ganz frei von Drüsen, bald sparsam und bald reichlich mit ihnen versehen.) — Würde man vergleichend den Bau der Pflan- zen recht genau studiren und gleichzeitig den Einflufs verschiedener äufserer Verhält- nisse auf denselben eben so scharf ins Auge fassen, so dürfte man sicherlich schöne, so- wohl für die W^issenschaft als auch für die Praxis wichtige Resultate gewinnen. Die weite Verbreitung bestimmter Baum- arten und die engen Bezirksgrenzen anderer beruhen sicherlich auf der inneren Organi- sation und auf dem Vermögen oder Nicht- vermögen, sich unter bestimmte Verhältnisse zu bequemen. Unsere Kiefer z. B. hat einen sehr weiten Verbreitungsbezirk, die Lerche dagegen einen sehr engen. — Betrachten wir deshalb die geographische Verbreitung unserer Waldbäume etwas näher*). Die Weifstanne (Abies pectinata DG.) findet die nördlichste Grenze ihrer Waldverbreitung im 51° der Breite; angepflanzt, geht sie in Teilemarken bis zum 59°. In Thüringen, Sachsen, Schlesien, ist sie ost- wärts auch in den Karpathen zu Hause, wo sie bis 3600 Fufs aufwärts steigt, und südwärts in den Alpen, woselbst sie mit der Fichte gemischte Bestände bildet und bis zu 4500 Fufs aufwärts geht. Sie liebt einen tief- Fig. 191. Eine Keimpflanze der Kiefer im Mai des zweiten Lebensjahres, aus dem Forstgarten zu Neustadt. Aus der Achsel der oberen Primordialblätter des erstjährigen Triebe


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